Fothen siegt in Oberrotweil - Schröder Gesamtsieger
Sonntag, 24. August 2008 um 16:15
Markus Fothen hat die Schlussetappe der 24. Rothaus Regio-Tour über 166 Kilometer nach 4:06:06 Stunden von Teningen nach Oberrotweil gewonnen. Der Gerolsteiner-Profi attackierte auf dem letzten Kilometer in Oberrotweil und kam mit wenigen Sekunden Vorsprung vor dem Italiener Luca Paolini (Acqua & Sapone) ins Ziel. Björn Schröder wurde im Sprint Dritter, er hat seinen knappen Vorsprung in der Gesamtwertung verteidigt und ist damit der Gesamtsieger der Rothaus Regio-Tour. Zweiter in der Gesamtwertung ist Tagessieger Markus Fothen mit vier Sekunden Rückstand. Dritter wird der Spanier Manuel Vazquez (11 Sekunden, Contentpolis Murcia).
Die Schlussetappe war wie erwartet geprägt von zahlreichen Attacken in der Steigung des Texaspasses hinauf zur Bergwertung, den die Fahrer sieben Mal passieren mussten.
Zu Beginn der Etappe hatte sich eine sechsköpfige Spitzengruppe gebildet, die bis zu viereinhalb Minuten herausfahren konnte. Mit dabei die Südbadener Nico Schneider und Frank Scherzinger; außerdem der Kolumbianer Mauricio Ardila, der sich viermal die volle Punktzahl der Bergwertung sichern konnte und damit abschließend als bester Bergfahrer der Rundfahrt geehrt wurde. Gegen Mitte des Rennens sind die Mannschaften Milram und U23-Nationalteam in die Verfolgungsjagd eingestiegen und haben die Gruppe eingeholt. Sofort bildete sich eine neue, Gerolsteiner-Profi Johannes Fröhlinger fuhr mehr als eine Minute Vorsprung heraus und befand sich kurze Zeit im virtuellen Gelben Trikot. Durch die starke Mannschaftsleistung von Milram wurde aber auch diese Gruppe eingeholt. Zwei Kilometer vor dem Ziel setzte Markus Fothen zur finalen Attacke an. Er hatte die Hoffnung, mit den Zeitbonifikationen im Tagesergebnis Björn Schröder noch aus dem Gelben Trikot zu fahren. Schröder wurde jedoch Dritter hinter Paolini und sicherte sich damit den Gesamtsieg. "Mir fällt ein Stein vom Herzen. Diese junge Mannschaft ist gefahren wie der Wahnsinn. Ich wollte nur eine Etappe gewinnen und jetzt habe ich die ganze Rundfahrt gewonnen. Man sieht, dass man sauber ein Rennen gewinnen kann", sagte Schröder, der auch das Grüne Trikot des besten Sprinters gewonnen hat. Bester Jungprofi ist der Weißrusse Andrei Kunizki, der im Gesamtklassement auf Platz vier liegt.
Mehr als 10.000 Zuschauer säumten die 16-Kilometer-Runde durch den Kaiserstuhl und klatschen den Radprofis begeistert zu. Alle waren begeistert darüber, dass bei vier von insgesamt fünf Etappen ein Deutscher als Tagessieger und am Ende auch ein Deutscher als Gesamtsieger gefeiert werden konnte. Und noch nie war es auf der letzten Etappe im Gesamtklassement so knapp wie dieses Jahr.
Interview mit dem Tagessieger Markus Fothen:
"Mir fällt ein Stein vom Herzen." Gesamtsieger Björn Schröder:
Fazit des Tour-Direktors Rudi Renz:
Benjamin Stauder berichtet als unfreiwilliger Zuschauer im Tour-Tagebuch.
Zu einem Video-Beitrag von TV Südbaden geht's hier.
Grischa Niermann gewinnt Zeitfahr-Etappe
Samstag, 23. August 2008 um 17:14
Der Hannoveraner Grischa Niermann (Team Rabobank) hat das Einzelzeitfahren der Rothaus Regio-Tour in Gundelfingen gewonnen. Er brauchte 17:59 Minuten für die 14,2 hügeligen Kilometer. "Es ist lange her, dass ich ein Zeitfahren gewinnen konnte", sagte der Regio-Tour-Sieger von 1999. Auf Platz zwei fuhr sensationell der 19-jährige U23-Zeitfahrmeister Andreas Henig (Atlas Romer's) aus Badenweiler, der nur zwei Sekunden langsamer war. "Ich bin in den Kurven vielleicht zu wenig Risiko eingegangen, aber es ist eine tolle Platzierung für mich", sagte er im Ziel. Dritter wurde der Weißrusse Andrei Kunizki (Acqua e Sapone).
Neuer Träger des Gelben Trikots des Gesamtführenden ist der Berliner Björn Schröder, der nur wenige Hundertstel langsamer als Kunitski war. Er führt die Gesamtwertung nun mit sieben Sekunden Vorsprung vor Kunizki an und geht mit diesem Vorsprung auf die letzte Etappe.
Mit der Königsetappe am Sonntag von Teningen nach Oberrotweil über 166,7 Kilometer geht die 24. Rothaus Regio-Tour zu Ende. Start ist um 12 Uhr. Sieben Mal geht es dabei über den Texas-Pass, wo sich die Bergwertung befindet.
Wir haben mit Grischa Niermann auf dem heißen Stuhl gesprochen:
Benjamin Stauder berichtet als unfreiwilliger Zuschauer im Tour-Tagebuch.
Robert Retschke nachträglich zum Sieger erklärt
Freitag, 22. August 2008 um 16:08
Der zweifache Deutsche Bergmeister Robert Retschke von der Mannschaft Mapei Heizomat hat die dritte Etappe der Rothaus Regio-Tour über 174,1 Kilometer von Schopfheim nach Wehr gewonnen. Und das, obwohl er eigentlich Zweiter hinter dem Italiener Luca Paolini wurde. Doch dieser hatte Retschke wenige Meter vor dem Zielstrich an die Absperrung gedrängt. Die Kampfrichter bestraften dieses Verhalten und setzten Paolini auf Platz zwei. "Ich habe die Absperrgitter schon berührt und hatte Glück, dass ich nicht gestürzt bin. Die Entscheidung ist völlig gerechtfertigt", sagte Retschke im Ziel. Vor einem Jahr war Retschke bei der Rothaus Regio-Tour mit seinem sechsten Platz der beste Deutsche.
Das heutige Rennen war geprägt von Regen und zahlreichen Attacken. Noch auf der vorletzten von insgesamt fünf Runden durch Wehr führte der Kolumbianer Miguel Rubiano Chavez (Centri della Calzatura) alleine. Er wurde nur zwei Kilometer vor dem Ziel eingeholt.
Im Gelben Trikot bleibt der Spanier Manuel Vazquez vor Miguel Angel Rubiano Chavez. Träger des grünen Trikots ist nach wie vor der Berliner Milram-Profi Björn Schröder. Bester Bergfahrer ist seit der heutigen Etappe Miguel Rubiano Chavez, der auch in der Wertung um das weiße Trikot in Führung liegt.
Der zweimalige Tour-de-France-Sieger Bernard Thévenet war heute Ehrengast der Rothaus Regio-Tour. In den Jahren 1975 und 1977 gewann er das bedeutendste Etappen-Rennen der Welt und hatte dabei die Radsportlegende Eddy Merckx besiegt.
Das Einzelzeitfahren am Samstag wird um 15 Uhr in Gundelfingen gestartet. In umgekehrter Reihenfolge des Gesamtklassements werden die Fahrer von der Startrampe im Ortsinneren rollen. Erst abgedrängt worden, dann doch gewonnen: Robert Retschke im Interview:
Interview mit Björn Schröder, ein Favorit auf den Gesamtsieg:
Tour de France-Legende Bernard Thévenet zu Gast bei der Rothaus Regio-Tour:
Die 3. Etappe aus der Sicht von Benjamin Stauder im Tour-Tagebuch.
21-jähriger Klemme gewinnt Elsass-Etappe
Donnerstag, 21. August 2008 um 17:20
Dominic Klemme von der deutschen Continental-Mannschaft 3C-Gruppe hat die zweite Etappe der Rothaus Regio-Tour von Lutterbach nach Soultz gewonnen. Er besiegte nach 166,7 Kilometern in einem packenden Sprint einer 30-köpfigen Gruppe den Leipziger Steffen Radochla (Elk Haus) und den Italiener Claudio Cucinotta. Der 21-jährige Sieger aus Bielefeld befindet sich derzeit in einer blendenden Form, erst vor einer Woche hatte er das Bundesligarennen in Ilsfeld-Auenstein gewonnen. Auf der 500 Meter langen leicht ansteigenden Zielgerade fuhr er lange Zeit am Hinterrad von Radochla und sorgte auf den letzten Metern für die Entscheidung. Der U23-Meister von 2007 stieß auf dem Zielstrich einen Freudesschrei über den größten Erfolg seiner Karriere aus: "Es ist mein vierter Saisonsieg, es läuft richtig gut bei mir", sagte er anschließend gegenüber rothaus-regio-tour.de. Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden behält der Spanier Manuel Vazquez (Contentpolis Murcia). Bester Bergfahrer ist nun der Italiener Luca Zanasca (Centri della Calzatura), Milram-Profi Björn Schröder behält das Grüne Trikot des besten Sprinters. Miguel Rubiano Chavez (Centri della Calzatura) bleibt im Weißen Trikot des besten Jungprofis.
Die dritte Etappe am Freitag führt über 174 bergige Kilometer von Schopfheim durch den Südschwarzwald nach Wehr. Start ist um 11.30 Uhr, gegen 16 Uhr werden die Fahrer das Ziel erreichen.
Der Sieger Dominic Klemme über den größten Sieg in seiner Karriere:
Etappen-Organisator Gaby Klem im Interview:
Der Laufenburger Rennfahrer Nico Schneider vor dem Etappenstart:
Die 2. Etappe aus der Sicht von Benjamin Stauder im Tour-Tagebuch.
Spanier Manuel Vazquez gewinnt 1. Etappe
Mittwoch, 20. August 2008 um 17:21
Der Spanier Manuel Vazquez von der spanischen Mannschaft Contentpolis Murcia hat die erste Etappe der Rothaus Regio-Tour von Schliengen nach Bad Bellingen gewonnen. Er kam nach 155,5 Kilometern und 3:43:08 Stunden ins Ziel. Zirka 25 Kilometer vor dem Ziel hatte sich Vazquez mit dem Kolumbianer Rubiano Chavez (Centri della Calzatura) vom Feld abgesetzt. Der Vorsprung betrug am Ende nur noch fünf Sekunden vor dem heranrasenden Feld, aus dem Björn Schröder vom Team Milram auf Platz drei sprintete. Bester Südbadener war ausgerechnet der deutsche U23-Zeitfahrmeister Andreas Henig (19 Jahre), der aus Badenweiler kommt und nur wenige Kilometer vom Zielort entfernt wohnt. Er wurde 25. Die Etappe am Donnerstag führt über 166,7 Kilometer von Lutterbach nach Soultz komplett auf elsässischem Boden. Start ist um 13.00 Uhr. Gabriel Klem, der Frankreich-Organisator der Rothaus Regio-Tour: "Das ist eine traditionelle Frankreich-Etappe, sie ist relativ flach. Ich rechne fest mit dem Sieg eines Sprinters."
Interview mit Andreas Henig aus Badenweiler (1 Minute nach Zieldurchfahrt):
Die 1. Etappe aus der Sicht von Benjamin Stauder im Tour-Tagebuch.
Zu einem Video-Beitrag von TV Südbaden geht's hier.
Gute Stimmung trotz Regenwetters
Dienstag, 19. August 2008 um 21:55
Trotz strömenden Regens sind einige hundert Zuschauer bei der Mannschaftspräsentation der 24. Rothaus Regio-Tour auf dem Gelände von Kopfmann Elektrotechnik in Teningen-Köndringen mit dabei gewesen. 18 Mannschaften sind den Besuchern vorgestellt worden, Sportler aus Deutschland, Europa und der ganzen Welt, die bei der 5-tägigen Rundfahrt durch Südbaden ihr Können zeigen wollen. Die Wettervorhersage verheißt Gutes. Wie schon im vergangenen Jahr, als die Teampräsentation verregnet war, sollen die kommenden Tage sonnig werden. Die Stimmung in Köndringen war gut, zum Feuerwerk um 22 Uhr war es bereits wieder trocken. Wir freuen uns auf die weiteren Etappen. Morgen, Mittwoch, geht es auf die 155 Kilometer lange Strecke von Schliengen nach Bad Bellingen über den Blauen (1165 m ü. M.), wo sich unter anderem eine Bergwertung befindet. Falls Sie live nicht dabei sein können, gibt es auf rothaus-regio-tour.de einen Liveticker, Sie verpassen also nichts.
Interview mit dem heutigen Gastgeber und Sponsor Reinhold Kopfmann:
Wenige Tage nach der Tour de France 2000 war für Benjamin Stauder klar: Das will ich auch machen. Vom Fernseher aufs Rennrad – beim RV Stegen schaffte es der 20-jährige Kirchzartener schnell an die Spitze des baden-württembergischen Nachwuchsradsports. Acht Jahre später steht er vor der größten sportlichen Herausforderung: Er bestreitet für die schweizerische Mannschaft Stegcomputer die Rothaus Regio-Tour. Wie es ihm an den fünf Renntagen ergeht, wie sehr der Südschwarzwald an seinen Kräften zehrt und wie die Stimmung am Texaspass ist, schreibt er für die Besucher von rothaus-regio-tour.de in seinem Tour-Tagebuch, das jeden Abend aktualisiert wird.
"Ich verspreche ein sportlich hochklassiges Rennen"
Donnerstag, 14. August 2008 um 22:47
"Wir haben dieses Jahr eine gute Besetzung, ich kann den Zuschauern ein sportlich hochklassiges Rennen versprechen", sagte Regio-Tour-Organisator Rudi Renz am Donnerstag bei der Pressekonferenz vor zahlreichen Medienvertretern in Heitersheim. Dabei zeigte sich Renz als entschlossener Kämpfer gegen Doping im Radsport. Das italienische Team CSF Group - Navigare, die Equipe des dreifachen Giro-Etappensiegers Emanuele Sella, wurde ausgeladen, da Sella positiv auf EPO getestet worden war. "Eine Mannschaft mit so einem Fahrer will ich nicht dabei haben", meinte Renz.
Die Favoriten für die 691,5 Kilometer auf fünf Etappen durch Südbaden stehen überdies fest: Tour-de-France-Starter Markus Fothen (Gerolsteiner), Grischa Niermann (Rabobank, Regio-Tour-Sieger 1999) und der niederländische Tour-de-France-Etappensieger Pieter Weening (Rabobank).
Die Präsentation der Mannschaften findet am kommenden Dienstag, 19. August, bei Kopfmann Elektrotechnik in Teningen-Köndringen statt. Um 16 Uhr beginnt das bunte Rahmenprogramm, die Teams werden ab 19 Uhr vorgestellt.
Der Freiburger Radsport-Moderator Sebastian Hautli hat Rudi Renz für seine Interview-Serie "Radsportler im Gespräch" interviewt. Das dominierende Thema: natürlich die Zukunft der Regio-Tour. "Wenn es die Tour nicht mehr gibt, werde ich mich von morgens bis abends an einen Weiher setzen und fischen", sagt Rudi Renz etwas resigniert, fügt dann aber entschieden an: "Ich bin ein Kämpfer, wir kämpfen auf jeden Fall weiter."
Das Jedermannrennen der Rothaus Regio-Tour, das für Mittwoch, 20. August, in Bad Bellingen geplant war, findet nicht statt. "Leider war die Unterstützung der Polizei nicht so, wie wir und die Gemeinde Bad Bellingen uns das vorgestellt haben", sagte Regio-Tour-Organisator Rudi Renz. Weiter meinte er: "Ohne begleitende Polizei war uns das Risiko zu groß. Uns geht die Gesundheit der Teilnehmer vor." Auch aufgrund zu weniger Teilnehmer hat die Gemeinde Bad Bellingen das Jedermannrennen schließlich abgesagt.